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Unfall nicht ausgeschlossen

Auch für das AKW Hinkley Point C und für andere neue AKWs sind schwere Unfälle mit immensen radioaktiven Freisetzungen nicht ausgeschlossen, schreibt die Atomexpertin Oda Becker in ihrer Studie (Download hier). Zusätzlich sind über einen langen Zeitraum Unfälle mit radioaktiven Freisetzungen im Rahmen der Zwischenlagerung und der Transporte der abgebrannten Brennelemente möglich. Gerade die bestehende Terrorgefahr ist in den Berechnungen zur Unfallwahrscheinlichkeit nicht berücksichtigt, dabei können die Konsequenzen katastrophal sein.

Radiological and Nuclear Prevention
Nukleare Unfälle – hier eine Katastrophenschutzübung – sind auch im Fall Hinkley Point C nicht ausgeschlossen, schreibt Expertin Oda Becker. Foto: Europäisches Parlament.

Unter dem internationalen Recht sind es die nationalen Regierungen, die für die Kosten von Interventionsmaßnahmen nach einem schweren Unfall in einem AKW aufkommen müssen. Die neusten Änderungen der internationalen Vereinbarungen bezüglich der erforderlichen Versicherungssumme, obwohl sie eine Erhöhung der Beiträge der Unternehmen vorsehen, legen aber auch eine Finanzobergrenze fest. Diese ist nicht ausreichend, um die gesamten Kosten eines schweren Unfalls in einer Atomanlage zu decken.

Mögliche Folgen einer nuklearen Katastrophe, wie die durch Strahlung verursachten Folgen für Millionen Menschen und die Einrichtung großer nuklear kontaminierter Sperrgebiete in dicht besiedelten Gegenden, in Euro zu bewerten und etwa zum Gegenstand einer Kosten-Nutzen-Rechnung zu machen, ist aus ethischen Gründen fragwürdig. Es bedarf vielmehr einer offenen Debatte, ob sich eine Gesellschaft generell einem solchen Risiko aussetzen will.

Ein schwerer Unfall in einem Atomkraftwerk oder einer anderen Atomanlage irgendwo auf der Welt, könnte eine Regierung dazu veranlassen, die eigenen Atomkraftwerke umgehend oder nach einem Stufenplan abzuschalten, wie in Deutschland nach Fukushima. Konsequenzen für eine frühzeitige Abschaltung für Hinkley Point C und/oder für ein anderes nach einem ähnlichen Finanzierungsvertrag gebautes Atomkraftwerk, wären immense Ausgleichszahlungen an die Eigentümer. Der Vertrag für Hinkley Point C sieht £ 22 Milliarden Entschädigungszahlungen an EDF für diesen Fall vor.