Auswirkungen von Hinkley Point C auf den deutschen Strommarkt

Wegen der hohen Förderung kann Hinkley Point C seinen Strom äußerst günstig anbieten und sogar bei negativen Marktpreisen Gewinne erzielen. Das zeigt eine Untersuchung des Analysehauses Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace Energy. Als Folge sinkt der Strompreis sowohl in Großbritannien als auch – durch grenzüberschreitenden Stromtransfer und -handel innerhalb der EU – in Deutschland. Laut Gutachten würde, je nach Ausbau der grenzüberschreitenden Leitungskapazitäten zwischen den EU-Staaten, der durchschnittliche deutsche Großhandelspreis für Strom allein durch den Betrieb von Hinkley Point C zwischen 10 und 30 Cent pro Megawattstunde sinken. In der Spitze sinkt der Preis demnach sogar um 40 Cent.

Die beschriebenen Preiseffekte lassen sich bereits unter Annahme der heutigen Netzinfrastruktur auf dem europäischen Strommarkt feststellen. Diese Auswirkungen verstärken sich deutlich, wenn die grenzüberschreitenden Stromleitungen (Grenzkuppelstellen) im Zuge einer stärkeren europäischen Marktkopplung (Energieunion) in den kommenden Jahrzehnten massiv ausgebaut werden. Zudem kann sich die beschriebene Wirkung von Hinkley Point C auf den deutschen Strommarkt vervielfachen, wenn im Rahmen des Juncker-Investitionsplans weitere AKW-Projekte in Großbritannien und anderen europäischen Staaten realisiert werden.