blogfoto

Veranstaltungsreihe zu Jahrestagen von Fukushima und von Tschernobyl gestartet

„Für viele Menschen mögen beide Ereignisse lange her sein, aber gemessen an den Zerfallszeiten der ausgetretenen Radioaktivität ist auch eine Zeitspanne von 30 Jahren nicht mal ein Augenzwinkern“, sagt Organisatorin Yu Kajikawa.

Sayonara Nukes Berlin – eine Gruppe von in und um Berlin lebenden Japanerinnen und Japanern, die sich gegen Atomkraft engagieren – hat rund um die beiden Jahrestage unter dem Titel „Protestival“ ein Dutzend Veranstaltungen organisiert, auf denen sich Besucher und Teilnehmer ab dem 11. März auf vielfältige Weise mit dem Themenkomplex „Atomenergie  und Demokratie“ beschäftigen können.

atomausstieg_160310-29
Stellten das Protestival-Programm auf einer Pressekonferenz in Berlin vor: Musiker Akira Ando von „Fukushima the Aftermath“ und Yu Kajikawa von „Sayonara Nukes Berlin“. Fotos (2): Christoph Eckelt

Das von Greenpeace Energy und von „Netzwerk – der politische Förderfonds“ unterstützte Protestival, zu dem mehrere tausende Besucher erwartet werden, findet erstmals statt. Höhepunkte des Programms sind unter anderem künstlerische, musikalische und tänzerische Auseinandersetzungen mit anschließender Podiumsdiskussion in der Werkstatt der Kulturen (11.3.), eine Windräder-Demo durchs Berliner Regierungsviertel (19.3.), mehrere Filmvorführungen in Berlin und Leipzig sowie eine Ausstellung der renommierten japanischen Fotografen Ryuichi Hirokawa und Kenji Higuchi im Willy-Brandt-Haus (Vernissage am 14.4.).

„Wir wollen an die Gefahren der Atomenergie, an das Ausmaß und die andauernden Folgen der beiden Super-GAUs erinnern – und daran, dass weltweit rund um die Atomtechnologie Menschen diskriminiert und ihre Rechte verletzt werden“, sagt Organisation Kajikawa. Sayonara Nukes Berlin will mit dem Protestival auch an Bürgerinnen und Bürger appellieren, sich politisch stärker einzumischen, damit Staaten weltweit auf jegliche Nutzung der Atomenergie und auf atomare Rüstung verzichten.

IMG_0811
Kunstperformance am Eröffnungsabend in der Berliner Werkstatt der Kulturen. Foto: Christoph Rasch / Greenpeace Energy eG

„Auch abseits der bereits geschehenen Katastrophen ist die Nutzung der Atomenergie mit einem nachhaltigen und verantwortungsvollen Lebensstil nicht zu vereinbaren“, sagt Yu Kajikawa. Angefangen vom Uranabbau über die Urananreicherung, bis hin zu den wachsenden Atommüllmengen oder zu den unmenschlichen Arbeitsbedingungen von AKW-Leiharbeitern, die hoher Strahlung ausgesetzt sind, sei kein Aspekt der Atomkraft zu verantworten, so die Organisatoren des Protestivals, das die Schicksale von Betroffenen in den gezeigten Fotografien und Filmen dokumentiert.

„Fukushima und Tschernobyl mahnen uns gerade jetzt daran, dass die Risiken der Atomkraft niemals beherrschbar sein werden“, sagt Yu Kajikawa. „Wir Menschen haben kein ‚Gegengift‘ gegen radioaktive Strahlung.“ Gerade in den betroffenen Regionen in Japan, Weißrussland und der Ukraine seien diese Atomkatastrophen noch lange keine Vergangenheit: Viele Menschen dort haben ihre Heimat für immer verloren und leben in ständiger Angst um die eigene Gesundheit oder die ihrer Kinder.

INFO Das komplette Veranstaltungsprogramm mit allen Terminen ist unter www.protestival.de abrufbar. Weitere Details zur Demonstration am 19. März finden Sie unter www.kazagurumademo.de.